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  1. Das Präsidium des Deutschen Schachbundes, der Vorstand der Deutschen Schachjugend und die Landesverbände haben auf dem Hauptausschuss am 16. November 2019 ihre gemeinsame Absicht bekundet, die Deutsche Schachjugend in einen eingetragenen Verein umzuwandeln. Dies soll nach Möglichkeit bereits im Mai 2020 auf einem außerordentlichen Bundeskongress geschehen.

    Ziel aller Beteiligten ist es, durch die rechtliche Trennung die unbefriedigende Situation aufzulösen, dass sich der DSB einerseits für die DSJ z. B. steuerrechtlich verantworten muss, dass sich die DSJ aber andererseits – insbesondere finanziell – selbst verwaltet. Die Umwandlung soll dieses strukturelle Defizit beheben und es beiden in Zukunft ermöglichen, sich auf die partnerschaftliche Sacharbeit zu konzentrieren. DSB-Präsidium und DSJ-Vorstand unterstreichen dabei, dass die neue Struktur nicht zu einem Auseinanderdriften der Verbände führen soll.

    Gemeinsame Arbeitsgruppen werden die rechtlichen, finanziellen und schachpolitischen Fragen klären, die diese Veränderung mit sich bringt.

    Präsidium des Deutschen Schachbundes und Vorstand der Deutschen Schachjugend

  2. Das Arbeitsverhältnis des DSB mit dem DSJ-Geschäftsführer Jörg Schulz wurde heute in Umsetzung eines Beschlusses des DSB-Präsidiums vom 15. November zum 30.Juni 2020 fristgerecht gekündigt. Ausschlaggebend für die Kündigung ist die vollständige Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen dem DSB-Präsidium und dem DSJ-Geschäftsführer Jörg Schulz.

    Ich möchte betonen, dass die Details personalrechtlicher Angelegenheiten zum Schutz unserer Mitarbeiter nicht öffentlich behandelt werden. Dies gilt natürlich auch im vorliegenden Fall. Das DSB-Präsidium hat sich deshalb aus der durch die E-Mail des DSJ-Vorstandes vom 12.11.2019 initiierten Diskussion auf diversen Internetforen vollständig herausgehalten und wird dies auch weiterhin tun. Ich werde mich außerdem zum Inhalt vertraulicher Gespräche nicht öffentlich äußern. Ich habe bei den Sitzungen unserer offiziellen Gremien am vergangenen Wochenende (Arbeitskreis der Landesverbände und Hauptausschuss) ausführlich berichtet und alle Fragen beantwortet und dabei aus den bereits genannten Gründen um die zwingend erforderliche vertrauliche Behandlung dieser Gespräche gebeten.

    Ullrich Krause
    Präsident des Deutschen Schachbundes

  3. Drei Simultanveranstaltungen des Deutschen Schachbundes (DSB) krönten in Hamburg das Abschluss-Wochenende des FIDE Grand Prix. Am Freitag war zunächst Luis Engel vom Mitveranstalter Hamburger SK an der Reihe. Der 17-jährige – aktuell Deutschlands zweitjüngster Großmeister – zeigte gegen 16 Teilnehmer, warum er als eines der derzeit größten deutschen Talente gilt. Einen Tag später gehörte die Aufmerksamkeit dann Deutschlands jüngstem Großmeister Vincent Keymer, der seine letzte Norm vor einigen Wochen mit gerade mal 14 Jahren erzielen konnte. Für diese herausragende Leistung überreichte ihm DSB-Präsident Ullrich Krause vor Beginn der Veranstaltung die goldene Ehrenplakette des Deutschen Schachbundes. Dessen Funktionäre hatten sich nur wenige Stunden zuvor im selben Raum zum Hauptausschuss zusammengefunden, um dort unter anderem die höchste Auszeichnung für sportliche Leistungen für Vincent Keymer und Luis Engel zu beschließen. Zum Abschluss zeigte am Sonntag Grand-Prix-Kommentator GM Ilja Zaragatski auf Einladung des DSB, der Stiftung „Jüdische Zukunft“ und des Hamburger Schachverbands im Joseph-Carlebach-Bildungshaus sein Können beim Simultan. Am Ende hieß es hier 19,5 zu 0,5 - nur Ossi Weiner konnte ein Remis gegen den Großmeister erreichen.

    Alle Veranstaltungen wurden möglich gemacht durch die freundliche Unterstützung der Pella Sietas Werft Hamburg.

  4. Der Russe Alexander Grischuk (36) setzte sich gestern im Stichkampf des Grand-Prix-Finales in Hamburg gegen Jan-Krzysztof Duda (21, Polen) durch und gewann das dritte Turnier der vierteiligen Serie. Nachdem die beiden langen Partien unentschieden ausgingen, konnte Duda die erste Schnellpartie am Sonntag für sich entscheiden. Doch Grischuk schlug zurück und glich nicht nur postwendend aus, sondern ging mit einem weiteren Sieg sogar in Führung. Damit war der Wettkampf praktisch entschieden.

  5. Wir trauern um unseren Freund Albrecht Beer, er wurde im 81. Lebensjahr von seiner schweren heimtückischen Krankheit besiegt.
    Albrecht war ein Friedensstifter im wahrsten Sinne des Wortes. Er war von ganzem Herzen Schiedsrichter, wie man sich keinen besseren wünschen konnte. Immer ein freundliches Wort gegen Jedermann. Ausgeglichen und mit einem humorvollen Augenzwinkern konnte er auch die angespanntesten Situationen entschärfen. Unser Freund Albrecht Beer war eine Respektperson. Sein lebenslanges Wirken in der Schachgemeinschaft hat bei Jung und Alt Spuren hinterlassen.

    In der großen Deutschen Seniorencommunity hinterläßt Albrecht eine besonders schmerzliche Lücke. Er wird uns allen fehlen. Wir werden seine humorvolle Art, seine Bescheidenheit und sein immer freundliches menschliches Wesen sehr vermissen.
    Lieber Albrecht, wir verneigen uns vor Deinem Lebenswerk und werden Dich nicht vergessen.

    Wolfgang Block Gerhard Meiwald
    Seniorenreferent des DSB Stellv. Vorsitzender der Seniorenkommission

  6. Das Finale des FIDE Grand Prix in Hamburg steht fest. Alexander Grischuk konnte als Erster das Ticket lösen: In einem Endspiel Läufer gegen Springer mit entferntem Freibauer gelang es ihm, Maxime Vachier-Lagrave am Dienstag auszumanövrieren.

    Einen Tag dranhängen mussten Jan-Krzysztof Duda und Daniil Dubow. In den langen Partien trennten sie sich zweimal Remis. Gestern nun standen die schnellen Partien an und Dubow stand schon mit einem Bein im Finale, nachdem er mit Schwarz seinen Freibauern durchpeitschte und mit 1:0 in Führung ging. Was sollte für den 23-jährigen Russen jetzt noch schief gehen? In der zweiten Partie hatte er Weiß und nach 68 Zügen ein ausgeglichenes Turmendspiel auf dem Brett. Doch anstatt nun den schwarzen h-Bauern zu nehmen, gab er ein Turmschach und stand sofort auf Verlust. Der 21-jährige Pole konnte einen starken Freibauern bilden und sich für die Weißniederlage revanchieren. Dubow fand danach nicht mehr ins Match zurück und schied aus.

  7. Während sich die Großmeister im Stage Theater Kehrwieder die Köpfe stundenlang zerbrachen, hatten die Zuschauer während des Rahmenprogramms zum Grand Prix die Chance, die Figuren selbst zu bewegen.

  8. "Dieser junge Mann merkt recht bald, dass ihm das Organisieren besser liegt als das Schachspielen." schrieb Gerhard Streich vor fünf Jahren auf der Website der Schachfreunde Hannover. Mit dem jungen Mann meinte er den 18-Jährigen, der im Mai 1963 bei den Schachfreunden Badenstedt eingetreten war.
    Seit etwa Ende der 1970er Jahre heißt der Verein Schachfreunde Hannover. Und der junge Mann ist schon lange nicht mehr Mitglied. 2012 gründete er mit dem Schachzentrum Bemerode einen eigenen Verein. Die im Mai 2010 zur Deutschen Schachschule ernannte Grundschule Am Sandberge im Hannoveraner Stadtteil Bemerode ist das Fundament des Vereins.

    Heinz-Jürgen Gieseke heißt der Mann, der ein goldenes Händchen zum Organisieren besitzt. Heute wird er 75 Jahre alt und kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken, in dem er dem Schachsport in Deutschland viel gegeben hat.

  9. Turnierleiter Thomas Wiedmann teilte uns die Gruppeneinteilung für die Vorrunde der Deutschen Schach-Pokal-Meisterschaft für Mannschaften Mitte Januar mit. Die Ausrichter der acht Vorrundengruppen wurden von ihm gebeten, ihr Spiellokal bald zu melden, wenn dieses von der Mannschaftsmeldung abweicht.

  10. Am gestrigen Sonntag bekamen die Zuschauer im Hamburger Theater Kehrwieder einen Vorgeschmack auf das FIDE-Grand-Prix-Finale ab 15. November. Der 23-jährige Daniil Dubow und der 43-jährige Pjotr Swidler hatten sich als Einzige nach zwei Tagen Viertelfinale zweimal unentschieden getrennt und mußten nachsitzen. Nun saßen sie fast allein auf der Bühne, wenn man einmal von Hauptschiedsrichter Jens Wolter absieht. Dubow gewann im zweiten Schnellschachduell und stand damit im Halbfinale, welches heute um 15 Uhr startet.

  11. Für viele von uns bietet die alljährliche Deutsche Meisterschaft den Höhepunkt des Schachjahres. In diesem Jahr waren wir bekanntlich in Radebeul an der Elbe. Inzwischen richtet sich der Blick bereits nach vorn ins nächste Jahr, und wir werden uns dann wieder an der Elbe treffen.

    Die Deutsche Senioren-Einzelmeisterschaft 2020 (DSEM) wird vom 1. - 9. Mai 2020 im Maritim-Hotel in Magdeburg stattfinden. Sie ist eingebettet in die Top-Veranstaltung des Deutschen Schachbundes, den Meisterschaftsgipfel. Während der Zeit unseres Turniers werden parallel dazu das Masters-Turnier der Damen und Herren, die Deutsche Einzel-Meisterschaft der Männer und Frauen, die Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft und das Finale der Deutschen Amateur-Meisterschaft (DSAM) ausgetragen. Die deutsche Schach-Elite trifft sich also zu einem großen Stelldichein - und wir sind mittendrin dabei!

  12. Die beiden jüngsten Großmeister Deutschlands können am letzten Wochenende des Grand Prix in Hamburg hautnah in Aktion erlebt werden. Vincent Keymer und Luis Engel werden bei Simultanveranstaltungen des Deutschen Schachbundes (DSB) in Kooperation mit dem Hamburger Schachverband (HSchV) bzw. dem Hamburger Schachklub (HSK) jeweils gegen 20 Gegner gleichzeitig spielen.

  13. Hamburg ist seit Dienstag der Nabel der Schachwelt. In der wunderschönen Speicherstadt, einem ab 1883 erbauten Lagerhauskomplex im Gebiet des Hamburger Hafens, spielen 16 der besten Schachspieler unseres Planeten um zwei Plätze im Kandidatenturnier zur nächsten Weltmeisterschaft. DSB-Präsident Ullrich Krause war es vorbehalten, dass K.-o.-Turnier mit dem symbolischen ersten Zug am Brett von Maxime Vachier-Lagrave gegen Wei Yi zu eröffnen. Krauses Sekundanz brachte dem Franzosen Glück und er konnte die Partie für sich entscheiden. Selbiges gelang am ersten Tag auch Pjotr Swidler, Jan-KrzysztofDuda und Weselin Topalow. Es war bereits die Vorentscheidung in diesen vier Begegnungen, denn am nächsten Tag gingen alle acht Spiele unentschieden aus.

    Die Hälfte der Konkurrenz musste am gestrigen Donnerstag "nachsitzen". Am längsten brauchte dabei Daniil Dubow, der nach insgesamt sechs Remisen, die erste Blitzpartie gewinnen konnte. Es war zugleich die Vorentscheidung gegen keinen Geringeren als den Weltcup-Gewinner Teimur Radschabow!

  14. Mit einer Pressekonferenz begann gestern Mittag im Theater Kehrwieder in der geschichtsträchtigen Speicherstadt in Hamburg das dritte Turnier des FIDE Grand Prix. Die 16 Spieler, die sich heute um 15 Uhr zum ersten Mal an die Bretter setzen werden, wurden durch Maxime Vachier-Lagrave vertreten. An der von IM Georgios Souleidis moderierten Pressekonferenz nahmen außerdem teil: Ilja Merenzon (Geschäftsführer World Chess), FIDE-Präsident Arkadij Dworkowitsch, DSB-Präsident Ullrich Krause und von den Sponsoren W. Sean Ford (Algorand) und Peter Neumeier (Kaspersky Deutschland).

  15. In der Gemeinde Gmund am Tegernsee ging gestern die 23. Offene Internationale Bayerische Schachmeisterschaft (OIBM) zu Ende. Rekordverdächtige 505 Teilnehmer hatten neun Runden in neun Tagen zu absolvieren. Am Ende gelang es zwei Spielern auf 7½ Punkte zu kommen: Witali Bernadskij und Pawel Eljanow. Der Erstgenannte der beiden Ukrainer hatte die etwas stärkeren Gegner und wurde damit Turniersieger. Turnierfavorit Gata Kamsky (USA), der von Turnierdirektor Sebastian Siebrecht eingeladen wurde, ließ gleich in Runde eins gegen eines der vielen indischen Talente einen halben Punkt liegen. Bester deutscher Spieler wurde GM Michael Prusikin (Platz 11) vor Luis Engel (Platz 12, beide 7 Punkte), der noch als Internationaler Meister startete. Engel konnte vor Kurzem seine letzte Norm für den Großmeistertitel erfüllen.

  16. Die beiden russischen Mannschaften waren an Nummer eins gesetzt und wurden ihrer Favoritenrolle auch gerecht. Sowohl im offenen Turnier als auch bei den Frauen gewannen sie die Goldmedaille und blieben dabei jeweils als einzige Mannschaft ungeschlagen!

    Deutschland erreichte in beiden Turnieren in etwa den Setzlistenplatz, belegte Platz 8 im offenen und Platz 21 im Frauenturnier. Dabei gelang den Männern diese gute Platzierung trotz zweier Niederlagen zum Schluß. Nach dem vermeidbaren 1:3 gegen den späteren Silbermdaillengewinner Ukraine meinte Bundestrainer Dorian Rogozenco, das seine Spieler "offenbar viel zu müde" seien.

    Herausragender Spieler bei den Männern war unser erstes Brett, Liviu Dieter Nisipeanu. Er blieb mt 5 aus 8 bei einer Eloleistung von 2770 ungeschlagen! Das bedeutete in der Einzelwertung zugleich Platz 4 am ersten Brett hinter Dmitrij Andrejkin (Russland, er setzte gegen Deutschland aus), Lewon Aronjan (Armenien, nicht unser Gegner) und Wassili Iwantschuk (Ukraine, remis gegen Nisipeanu).
    Bei unseren Frauen überstrahlte Hanna Marie Klek alle. Sie erreichte 6½ aus 8 mit einer Eloleistung von 2441! Es war die viertbeste Leistung am dritten Brett.