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  1. Am Wochenende 21./22. September 2019 werden über 50 Spielerinnen und Spieler zu den Deutschen Meisterschaften der Frauen und Männer im oberpfälzischen Neumarkt antreten. Der Ausrichter, der SK Neumarkt e.V., wurde 1949 gegründet und feiert dieses Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Der Schachklub Neumarkt gehört mit rund 120 Mitgliedern zu den größten Schachvereinen im Schachbezirk Mittelfranken und ist mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit sowie zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen einer der engagiertesten. Der Fokus des Vereins liegt seit jeher auf der Jugendarbeit – die Jugend durfte insbesondere in den vergangenen Jahren viele tolle Erfolge feiern: Highlights waren dabei u. a. der fünfte Platz von Lorenz Schilay bei der Deutschen U10-Meisterschaft 2012 sowie seine Teilnahmen an der Europameisterschaft 2012 und der Weltmeisterschaft 2013, die Nominierung von Maria Schilay als erste deutsche U8-Starterin bei der Europameisterschaft 2012, wo sie einen starken 23. Platz belegte, und die sechs Qualifikationen mit der U14-Mädchenmannschaft zur Deutschen Vereinsmeisterschaft der Jugend in Folge mit dem fünften Rang 2014 als herausragendes Resultat.

  2. Mit einem interessanten Qualitätsopfer hatte Elisabeth Pähtz gestern gegen Walentina Gunina ein Ungleichgewicht erzeugt und zudem die Russin zu einem Königsmarsch gezwungen. Das ging für Schwarz erst einmal einigermaßen gut, doch mit 22.... Te6 folgte bald ein Fehlgriff, wonach sich das Materialgewicht zu Gunsten von Pähtz neigte. Mit einem schönen Turmopfer im 29. Zug zwang sie Gunina dann noch dazu, ihre Dame zu geben. Das war aber kein Grund gleich aufzugeben. Gunina kämpfte noch fast 30 Züge weiter mit Turm und Läufer gegen Dame und ein paar Bauern auf jeder Seite. Nach 58 Zügen gab sie auf, verlor damit die Tabellenführung und fiel sogar bis auf Platz sechs zurück. Alle ihre Verfolgerinnen hatten gewonnen und sie überholt.

  3. Läufer schlägt Bauer g6 - das war doch mal ein Knallerzug, den Liviu Dieter Nisipeanu gegen den achtfachen russischen Meister Peter Swidler nach nur 16 Sekunden auf dem Brett ausführte. Swidler griff nach nur 32 Sekunden zu und erlag damit der Versuchung Material zu gewinnen. Doch der Läufergewinn hatte seine Tücken. Zum einen konnte Weiß einen gefährlichen Abzug auf der Diagonale a2-g8 drohen und zum anderen hatte Schwarz wohl übersehen, das der König nicht nach h8 wegen Th4 matt kann. Swidler mußte nun das Material zurückgeben und stand mit zwei Minusbauern am Rande des Abgrunds. In Zeitnot fand Nisipeanu aber nicht den sehr defensiv aussehenden Zug 36. Da2, der den großen Vorteil behalten hätte. Swidler wuchs über sich hinaus, verteidigte sich meisterhaft und eroberte die beiden Bauern zurück. Nach 88 Zügen einigten sich die beiden auf Remis.

  4. Einen ausführlichen Bericht über die erste Doppelrunde aus Sicht von TuRa Harskheide findet sich auf deren Homepage.

    Link zum Bericht

  5. Nach der ersten Doppelrunde in der Frauenbundesliga ist Baden-Baden die einzige verlustpunktfreie Mannschaft.

    Thomas Marschner hat einen Bericht über alle Spielorte verfasst, der hier gelesen werden kann.

    Die Geschehnisse aus Schwäbisch-Hall Sicht:

    Samstag

    Sonntag

  6. In Skolkowo bei Moskau findet seit dem 10. September das erste Grand-Prix-Turnier der besten Schachspielerinnen der Welt statt. Elisabeth Pähtz ist eine von 16 Frauen, von denen zwölf aktuell am Start sind. Die anderen vier - die Musitschuk-Schwestern, Nana Dsagnidse und Xue Zhao - pausieren, werden aber in den nächsten Monaten in Monaco, Lausanne und Sardinien bei den drei weiteren Turnieren dabei sein. Pähtz muß in Lausanne im März 2020 aussetzen.

    Bisher läuft es für deutsche Nummer eins ganz gut in Russland. Wie Kateryna Lagno hat sie bisher viermal unentschieden gespielt. Mit Alexandra Kostenjuk und gestern Antoaneta Stefanova hatte sie auch schon zwei frühere Weltmeisterinnen am Brett.

  7. Geschafft! Liviu Dieter Nisipeanu steht in der dritten Runde, wo er ab Montag auf Peter Swidler oder Andrej Jesipenko treffen wird. Die beiden Russen müssen heute in die Verlängerung. Nisipeanu bleibt das erspart, da er seine Aufgabe mit Schwarz ein Remis gegen Hikaru Nakamura zu holen, souverän erledigte. Der US-Amerikaner mußte unbedingt gewinnen, lag er doch nach der spektakulären Niederlage gestern 0:1 hinten. Alle deutschen Fans hofften, unser Nationalspieler würde nun dem Angriffswirbel seines Gegners mit einer soliden Verteidigungsleistung den Schneid nehmen. Doch so richtig kam der Nakamura-Motor nicht auf Touren. Der zaghafte Versuch am Königsflügel seine Bauern marschieren zu lassen, beantwortete Nisipeanu mit einem Bauernkonter im Zentrum. Dabei flog auch überraschend der bis dahin stabil aussehende Damenflügel von Nakamura auseinander. Der Weltklassemann aus den USA hätte eigentlich danach aufgeben können, doch Nisipeanu bot wenig später Remis an. Und das obwohl auch er mit Sicherheit sah, das die Partie für ihn gewonnen war. Respekt und herzlichen Glückwunsch zum Weiterkommen!

  8. Heute abend bringt das NDR-Fernsehen um 22.05 Uhr - im Rahmen der Sendung "Kaum zu glauben" mit Moderator Kai Pflaume - ein Porträt von Dr. Matthias Kribben, dem erfolgreichsten deutschen Fernschachspieler dieses Jahrhunderts (u.a. Vize-Weltmeister 2014, dreifacher Mannschafts-Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft, zweifacher Deutscher Mannschaftsmeister mit Zitadelle Spandau, zweifacher Deutscher Meister im Chess960, aktuell Platz 5 in der Weltrangliste und seit vielen Jahren Platz 1 in der deutschen Elo-Rangliste).

    Das in dieser Quizsendung erspielte Preisgeld stiftet Kribben, der auch Ehrenpräsident des Berliner Schachverbandes ist, komplett der Förderung von Chess960 an folgenden Spielterminen in Spandau, zu der alle Schachspieler herzlich eingeladen sind: 25. Februar, 28. April und 23. Juni 2020.

    Die genaue Ausschreibung dieser Trilogie folgt, wenn die Höhe des Preisgeldes fest steht.

  9. So etwas passiert nicht alle Tage: Einer der besten Schachspieler der Welt der letzten Jahre wird von Liviu Dieter Nisipeanu auseinandergenommen. Man könnte fast sagen, gedemütigt. Begonnen hatte alles mit dem zwölften Zug, über den Nisipeanu fast 28 Minuten nachdachte. Danach entschied er sich für eine Neuerung in dieser selten gespielten Katalanisch-Variante - ein Damenopfer! Und das gegen Hikaru Nakamura!
    Die Überraschung entfaltete sofort ihre Wirkung: Der Deutsche erhielt für die Dame nicht nur Turm, Springer und Bauer, sondern auch ein komfortables Figurenspiel. Nakamura musste jetzt oft einzige Züge finden und viele Drohungen abwehren. Unterentwickelt und mit schwacher Grundreihe ausgestattet gelang es ihm nicht, auf den Punkt genau die richtigen Antworten zu geben. Mehrere Fehler reihten sich aneinander und seine Stellung ging schnell den Bach runter. Nach 30 Zügen gab der US-Amerikaner auf.

  10. Die knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am 8. Mädchen- und Frauenschachkongress wurden mit zwei Überraschungen begrüßt. Zum einen war erstmals der zuständige, die zuständige Vizepräsidentin Sport des DSB, in dessen Zuständigkeitsbereich das Frauenschachreferat fällt, anwesend und begrüßte die Anwesenden. Olga Birkholz brachte sich zudem als Referentin in zwei Workshops unmittelbar in den Kongress ein. Zudem verlas Olga Birkholz eine Grußbotschaft der deutschen Nr. 1 Elisabeth Pähtz:

  11. Der HSK bietet eine Liveübertragung in Norderstedt an. Dort finden die Spiele

    TuRa Harksheide gegen Medizin Erfurt und HSK gegen Lehrte statt. Am Sonntag wechseln dann der HSK und Harksheide die Gegner.

    Die Liveübertragung ist hier zu finden.

  12. Seit dem 1. April 2018 ist Dr. Marcus Fenner Geschäftsführer des Deutsche Schachbundes - ursprünglich mit einer Befristung bis Ende August 2019. Kürzlich wurde diese zeitliche Beschränkung seines Vertrages aufgehoben, nachdem Uwe Bönsch in den Ruhestand verabschiedet wurde.

  13. Unser langjähriger Mitarbeiter Uwe Bönsch hat sich mit dem DSB darauf geeinigt, seinen Arbeitsvertrag einvernehmlich zum 31. August 2019 auslaufen zu lassen.* Er war von 1997 bis 2013 Bundestrainer des Deutschen Schachbundes und wechselte dann in die Geschäftsstelle, zunächst als Sportdirektor, dann als Geschäftsführer. Die Silbermedaille bei der Schacholympiade 2000 in Istanbul, der Gewinn der Europa-Mannschaftsmeisterschaft 2011 in Porto Carras und die Bronzemedaillen bei den Europa-Mannschaftsmeisterschaften 1999 in Batumi und 2001 in Leon werden immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Ich bedanke mich im Namen des DSB-Präsidiums bei Uwe Bönsch für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Deutschen Schachbund, insbesondere für 18 Jahre in der A-Trainer Aus- und Weiterbildung, und wünsche ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute.

    Ullrich Krause
    Präsident des Deutschen Schachbundes

  14. Liviu Dieter Nisipeanuhat mit einer souveränen Vorstellung im Schnellschach gegen Mircea-Emilian Parligras die zweite Runde des Weltcups erreicht. Er folgte damit - mit einem Tag Verspätung - dem zweiten deutschen Spieler Niclas Huschenbeth, der gestern bereits in den langen Partien gegen Arkadij Naiditsch alles klargemacht hatte.

    In der zweiten Runde ab heute Mittag haben Nisipeanu und Huschenbeth ganz schwere Aufgaben. Nisipeanus nächster Gegner ist Hikaru Nakamura, der im Schnellschach-Tiebreak dem Algerier Bilel Bellahcene keine Chance ließ. Huschenbeth hat mit dem Russen Nikita Witjugow ebenfalls ein Elo-Schwergewicht am Brett.

  15. Bereits über 42.800 Kinder kamen, um die „Faszination Schach“ von Großmeister Sebastian Siebrecht als Erlebnisschachprogramm zu rocken. Oberbürgermeister Prof.Dr. Eckart Würzner hat die Schirmherrschaft übernommen und wird zusammen mit Centermanager Thomas Schmalfuß, sowie den Schülern der Pestalozzi-Grundschule den Eröffnungszug am Montag, den 16. September 2019 um 10.00 Uhr ausführen.

  16. Nahezu zeitgleich mit dem FIDE-Weltcup in Chanty-Mansijsk hat einige Tausend Kilometer weiter westlich nahe Moskau der FIDE Grand Prix der besten Frauen der Welt begonnen. Unter den 16 dafür auserkorenen Frauen sitzt auch die zukünftige Weltmeisterin, denn der Grand Prix ist das Sprungbrett für den übernächsten Titelkampf. Die Schachanhänger unseres Landes können sich darüber freuen, dass mit Elisabeth Pähtz auch eine Deutsche dazu gehört. In der ersten Runde des ersten von vier Turnieren in Skolkowo bekam sie es mit der Ex-Weltmeisterin (2008-10) Alexandra Kostenjuk zu tun. Mit den weißen Steinen spielend bot Pähtz im 21. Zug ein Läuferopfer an. Die Russin griff zu und danach war die baldige Punkteteilung durch Dauerschach die Folge. Zum Auftakt eine gute Leistung der 34-jährigen deutschen Nummer eins.

  17. Niclas Huschenbeth steht nach dem klaren und verdienten 2:0 gegen Arkadij Naiditsch vorzeitig in der zweiten Runde. "Jetzt wartet ein richtiger Brocken" schreibt er auf Facebook. Der Russe Nikita Witjugow ist die Nummer 24 der Welt und hat 112 Elo-Punkte mehr als der Deutsche Meister. Das ergibt einen 65:35-Vorteil lt. Arpad Elo für Witjugow, der als klarer Favorit in das Duell am Freitag gehen wird.

  18. Am kommenden Wochenende starten ungewöhnlich früh die Frauenbundesliga und die 2. Frauenbundesligen.

    In Karlsruhe kommt es am Sonntag zu einem Spitzenspiel zwischen den starken Mannschaften aus Schwäbisch Hall und dem Seriensieger aus Baden-Baden.

    Thomas Marschner hat einen Vorbericht für alle Spielorte der Frauenbundesliga geschrieben, der hier nachgelesen werden kann.