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  1. Es war eine heiße Jugend-WM in Italien. Weil die Stadt die Stundenanzahl zur Nutzung der stromfressenden Klimaanlage beschränkt hatte, wurde nur vor der Runde gekühlt, nicht mehr während der Partien – und am Ende war es an manchen Tagen fast 30 Grad warm. „Logisch, wenn 700 Kinder und Jugendliche vor sich hinbrüten“, sagte Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler, mit deutlichem Kopfschütteln. Inmitten der Hitze kämpfte sie heute bis zum Ende – als um sie herum schon die meisten Bretter leer waren, holte Alicia Kovalskyy gegen die mit über 200 Elo-Punkten mehr eingeordnete Rumänien Sara Maria Sunea den Sieg, ihren achten Punkt bei der Jugend-WM. Damit wurde sie in der Alterklasse der Mädchen U14 immerhin Sechste, verpasste Bronze nur um einen halben Punkt, Gold um einen Zähler - und ließ einen stolzen Bernd Vökler sagen: „Sie hat hier bestätigt, dass ich sie als Geheimfavorit eingeordnet habe. Ein super Turnier von Alicia.“ Mit acht Zählern war sie letztlich das erfolgreichste DSB-Talent bei der Jugend-WM U14 bis U18 in Montesilvano. Weil Bennet Hagner am heutigen letzten Tag auf dramatische Weise seine erste Partie im Elf-Runden-Wettbewerb verlor, wurde es leider nichts mit der erhofften Medaille.

  2. Ab in die Sommerpause – aber vorher stand das letzte Training dieser Saison für die U12-Mädchen an, im Rahmen des DSB-Förderprojektes „Mädchen Schach Super Tuesday“. Josefine Safarli, die Großmeisterin, bat wieder zur Lehrstunde. Genauer gesagt zu 90 Minuten Schachtraining pur. „Mit einige Aufgaben zum Thema Rechnen und ein paar Studien“, wie Josefine Safarli aus Baku (wo es übrigens deutlich kühler sei als in Deutschland) berichtet: „Es haben wirklich alle sehr gut mitgemacht und so gingen die 1,5h wieder schnell rum. Am Ende folgte eine kleine Fragerunde, die sehr aktiv angenommen wurde. Ich hoffe, dass nun alle bereit für die Turniere sind, die sie im Sommer spielen. Und natürlich finde ich es super, dass das Projekt nach dem Sommer weiter fortgesetzt werden soll.“

  3. Ab Juli beginnt die Vorbereitung, mit Privattrainer. Großmeister Sergei Tiviakov soll sie fit machen für die Olympiade in Usbekistan. Jetzt, da klar ist: Elisabeth Pähtz spielt wieder für die deutsche Nationalmannschaft. Ziemlich exakt ein halbes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Lavinia wird die einzige deutsche Großmeisterin der offenen Klasse in Samarkand wieder am Brett sitzen – vom 15. bis 28. September findet das wichtigste internationale Turnier im Mannschaftsschach statt. „Ich habe wieder richtig Lust auf Schach“, sagt sie. Bei der Bundesliga-Endrunde in Bad Königshofen im April hätten ihr die Partien für die OSG Baden-Baden wieder Appetit auf mehr gemacht. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagt sie und lacht: „Ich habe gelesen, dass man mental auch noch viel stärker wird, wenn man Mutter ist.“

  4. Es sind die vielen kleinen Initiativen, wie Tropfen in ein leeres Fass – die es dann irgendwann füllen. Nadja Jussupow, die Frauenschach-Referentin des Deutschen Schachbundes, freut sich deshalb über jedes dieser Projekte zum Thema Frauenschach. In Burg, Sachsen-Anhalt, hat Bernd Domsgen eine solche Aktion gestartet. Sein Aktions-Motto: „Kluge Frauen spielen Schach.“ Und damit, sagt er, sei nicht das Naheliegende gemeint: Dass Frauen im Schachsport besonders schlau seien, sondern: „Frauen, die noch nie Schach gespielt haben und nun damit beginnen, die sind klug.“

  5. Wenn sich Schach, Vereinsjubiläum und fränkische Lebensart verbinden, entsteht ein Turnier mit besonderem Charakter: Die DSSAM 2026 kann rund 310 Spielerinnen und Spieler nach Würzburg bringen. Neben neun Runden Schnellschach warten ein vielfältiges Rahmenprogramm, regionale Verpflegung und ein sportliches Miteinander – ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos „Schach im Herzen der EU“.

    Noch jetzt anmelden.

  6. Zwei Deutsche Meister, ein außergewöhnlicher Spielort und eine Schachlegende, die bis heute fasziniert: Die Deutschen Schnellschach-Einzelmeisterschaften 2026 im Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn boten weit mehr als nur hochklassigen Sport. Gemeinsam mit dem Deutschen Schachbund richtete der SK Blauer Springer Paderborn 1926 e. V. die Titelkämpfe im Jahr seines 100-jährigen Bestehens aus. Während Alexander Donchenko und Olga Babiy die Titel gewannen, erinnerte der berühmte Schachtürke daran, dass Schach seit Jahrhunderten an der Schnittstelle von Mensch, Technik und Illusion steht.

  7. Es ist sehr heiß in Montesilvano. Seit Turnierbeginn täglich konstant über 30 Grad. Das Ausflugsangebot des Veranstalters, Busfahrten nach Rom und San Marino, fand deshalb bei den deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Junioren-WM nur ein überschaubares Echo. „Seele baumeln am Strand“ war denn auch für den heutigen Ruhetag angesagt, wie Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler berichtet. Nachdem am Samstag in einer Sportsbar viele aus der deuten Delegation das WM-Vorrundenspiel Deutschland gegen Elfenbeinküste (2:1) genossen - mit Originalkommentar im Land des ehemaligen Weltmeisters, der gar nicht dabei ist... Ab dem morgigen Montag warten noch fünf spannende Runden auf viele DSB-Talente. Vorneweg marschiert einer der größten Medaillenkandidaten, Bennet Hagner. Er geht in seinem letzten U18-Jahr mit fünf Punkten aus sechs Partien „relativ zufrieden“, wie er es in gewohnt zurückhaltender Art formuliert, in die Schlussphase: „Leider ist meine Buchholz-Wertung nicht gut, weil ich die erste Runde nur Remis gespielt habe, deshalb versuche ich viele volle Punkte zu holen, um am Ende unter die Top drei zu kommen.“

  8. Was haben Schach und Tischkickern gemeinsam? Mehr, als man denkt und Linh Tran weiß das besser als die meisten. Als Deutsche Vizemeisterin U16 mit einer Elo über 2100 verbrachte sie fast ein Jahrzehnt am Schachbrett, bevor sie die 64 Felder gegen den Kickertisch tauschte. Was folgte, ist eine der bemerkenswertesten Sportkarrieren, die Deutschland in den letzten Jahren hervorgebracht hat: fünf Weltmeistertitel im Tischfußball, ein Profiweg, den es so noch nie gab und eine Stimme, die im Gespräch über Frauen im Sport nicht mehr wegzudenken ist.

    Genau diese Stimme ist am 17. Juli beim Schachgipfel 2026 in Dresden zu erleben. Die Abschlusskonferenz Mädchen- und Frauenschach (17.–19. Juli, JOYNEXT Arena: jetzt anmelden) bildet den Höhepunkt des gemeinsamen Projekts vom Deutschen Schachbund und Deutscher Schachjugend zur Förderung von Mädchen und Frauen im Schach. Den Auftakt macht eine Podiumsdiskussion mit vier Persönlichkeiten, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten: Neben Linh Tran diskutieren Bundesligaspielerin WFM Sarah Hund, Podcasterin und Kommentatorin WCM Katharina Reineckesowie DSB-Vizepräsident Jannik Kieseldarüber, wie es gelingt, mehr Mädchen und Frauen dauerhaft für den Schachsport zu begeistern. Vorgestellt werden außerdem die Ergebnisse des seit 2025 laufenden Projekts sowie konkrete Maßnahmen für die Zukunft.

    Als Frau, die beide Welten kennt und die aus eigener Erfahrung weiß, warum Mädchen aufhören und was sie zum Bleiben bringen könnte, bringt Linh Tran eine wertvolle Außenperspektive mit. Wir haben vorab mit ihr gesprochen: über Wettkampfpsychologie, Role Models, männerdominierte Spielräume und die Frage, was der Deutsche Schachbund von der Kickerwelt lernen kann. (fe)

  9. Am 25. und 26. Juli 2026 lädt der Deutsche Schachbund zum fünften Mal zur Bundesvereinskonferenz ein – diesmal im Rahmen des Schachgipfels in Dresden. DSB-Vizepräsident Jannik Kiesel erklärt im Interview, warum sich die Anreise lohnt: „Wer sich fragt, wie andere Vereine Mitglieder gewinnen, Ehrenamtliche entlasten oder neue Angebote schaffen, bekommt hier nicht nur Antworten, sondern auch viele Ideen zum Mitnehmen."

    Im Mittelpunkt stehen sechs praxisnahe Workshops, die zentrale Themen der modernen Vereinsarbeit aufgreifen. Jörg Schulz, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend, zeigt, wie gutes Jugendtraining aussieht und wie Vereine junge Menschen langfristig ans Schach binden. Parallel dazu widmet sich Dr. Rainer Kempe dem Seniorenschach und stellt unter dem Motto „Miteinander – Füreinander" vor, wie aktives Schachleben auch im Alter gelingen kann. Bettina Bensch, Preisträgerin des Goldenen Chesso 2026, beleuchtet, warum Mädchen und Frauen besondere Angebote brauchen und wie Vereine diese Zielgruppe erfolgreich ansprechen. Malte Ibs diskutiert gemeinsam mit den Teilnehmenden die aktuellen Herausforderungen von Schachvereinen – von der Mitgliedergewinnung bis zur Entlastung Ehrenamtlicher. Jannik Liebelt zeigt, wie Onlineschach das Vereinsleben sinnvoll ergänzen kann und neue Zielgruppen erschließt. Rüdiger Bock schließlich gibt praktische Tipps, wie Turniere gezielt zur Mitgliedergewinnung und Vereinspräsentation eingesetzt werden können.

    Da jeweils zwei Workshops parallel stattfinden, empfiehlt Kiesel, als Verein mit mehreren Personen anzureisen: „So nimmt man deutlich mehr mit."

    Die Teilnahme kostet 10 € pro Person. Alle Informationen zur Anmeldung und kurze Beschreibungen der Workshops findet ihr hier.

  10. Am Montag wurden die Spieler und Spielerinnen von den Bundestrainern Zahar Efimenko und Jan Gustafsson informiert – ob sie dabei sind, oder nicht. Die DSB-Kader für die Olympiade in Samarkand (Usbekistan) stehen fest, exakt drei Monate vor dem Start des Turniers, vom 15. bis 28. September. Während es bei den Männern im Grunde keine Überraschung gibt, bis auf eine Ausnahme (Rasmus Svane) streng nach Elo nominiert wurde. So rückte im Vergleich zur EM Alexander Donchenko für Dmitrij Kollars ins Aufgebot, das – wenig überraschend – von Vincent Keymer, Matthias Blübaum und Frederik Svane angeführt. "Natürlich wollen wir vorne mitspielen", so Gustafsson, "je weiter vorne - desto besser." Im Vergleich dazu wirbelte Zahar Efimenko den Frauen-Kader – der im Herbst noch Bronze bei der Team-EM geholt hatte - ordentlich durcheinander. Die Rückkehr von Elisabeth Pähtz, die nach der Geburt ihrer Tochter im Frühjahr erstaunlich früh wieder Lust auf Schach bekommen hat, ist dabei nicht unbedingt überraschend. Sie hatte immer betont, dass die Olympiade für sie ein großes Ziel ist. „Ich freue mich, dass Elisabeth ins Team zurückgekehrt ist - und bereit ist, mit uns zu kämpfen“, sagte Zahar Efimenko.

  11. Am 18. Juli wird der Schachgipfel in Dresden zum Treffpunkt für Schachbegeisterte, Neugierige und Familien gleichermaßen: Von 10 bis 18 Uhr verwandelt sich das Gelände des Internationalen Congress Centers in ein farbenfrohes Schachfest mit einem vielfältigen Rahmenprogramm. Wer gedacht hat, Schach sei nur etwas für die ruhigen Turniersäle, wird hier eines Besseren belehrt.

  12. Für viele DSB-Talente wird es jetzt richtig herausfordernd. Gleich zwei Top-Turniere im Mammut-Design stehen an: Einmal der FIDE World Cup für U8 bis U12, ab Dienstag in einem neuen Format, in Batumi. Und dann die Jugend-Weltmeisterschaften U14 bis U18 im italienischen Montesilvano, die mit der ersten Runde am Montag beginnt. Hier tummeln sich unter den 780 Spielerinnen und Spielern aus 87 Nationen einige ambitionierte DSB-Talente. Und hier, sagt Bundesnachwuchstrainer und Delegationsleiter Bernd Vökler, habe man „auch einige realistische Medaillenchancen“.

  13. Im Mai und Juni gingen drei Höhepunkte des klassischen Schachs in unmittelbarer Folge über die Bühne:

    1. TePe Sigeman in Malmö (1.-7. Mai),
    2. Romania Classic als Bestandteil der Grand Chess Tour in Bukarest (14.-23. Mai),
    3. Norway Chess in Oslo (25. Mai – 5. Juni).
  14. Bereits über 150.000 Kinder kamen, um die „Faszination Schach“ von Großmeister Sebastian Siebrecht als Erlebnisschachprogramm zu rocken. Spiel, Spaß und Begeisterung pur! Das Ring-Center II im Berliner Bezirk Lichtenberg ist zum ersten Mal Ausrichter der beliebten Kinderschachinitiative. Bezirksbürgermeister Martin Schäfer hat die Schirmherrschaft übernommen. Er wird zusammen mit Centermanagerin Andrea Schwenke und einer ersten Schulklasse am Montag, den 15. Juni 2026 um 10.00 Uhr den Eröffnungszug der Schachtage ausführen.

  15. Das Präsidium des Deutschen Schachbundes hat beschlossen, die Kandidatur von GM Bachar Kouatly für das Amt des Präsidenten der European Chess Union (ECU) zu unterstützen. Im Rahmen eines Treffens in der Geschäftsstelle des Deutschen Schachbundes bekräftigten DSB-Präsident Paul Meyer-Dunkerund Bachar Kouatly diese Unterstützung und hielten sie in einer gemeinsamen Erklärung schriftlich fest. Meyer-Dunker hebt insbesondere die Reformvorschläge des Teams um Kouatly hervor. Dazu zählen Maßnahmen zur Stärkung von Demokratie, Transparenz, Aufwertung der europäischen Meisterschaften und guter Verbandsführung innerhalb der ECU. Besonders begrüßt wird der Vorschlag einer Amtszeitbegrenzung für den Präsidenten auf zwei Wahlperioden sowie eine offenere und nachvollziehbarere Finanz- und Verbandspolitik.

  16. Es war ein harter Schlag für die Frauen-Bundesliga – natürlich auch, weil so ein Vorgang nie gut ist für eine Spielklasse: Ausgerechnet der amtierende Meister, insgesamt vierfacher Titelträger der höchsten DSB-Spielklasse, der SK Schwäbisch Hall, zieht sich aus der Bundesliga zurück. Über die Gründe war bisher wenig bekannt – außer das, was in einer offiziellen Vereinsmitteilung stand, wonach besonders die Reisekosten doch zuletzt arg zu Buche schlugen. Was man ja unter Verzicht auf die vielen ausländischen Topspielerinnen durchaus auch hätte ändern können… Kurzum: Am Wochenende feierte der Verein seinen 90. Geburtstag. Ein Fest, das eigentlich mit dem Meistertitel der Frauen gekrönt werden sollte - und nun ein wenig überschattet wird. Der Vereinsvorsitzende Ehrhard Steffen stellt klar: „Wir haben uns den Rückzug aus der Frauenbundesliga nicht leicht gemacht. Wir haben unseren Spielerinnen jedes Jahr gesagt: Wir entscheiden von Saison zu Saison, ob wir wieder in der Frauen-Bundesliga spielen.“ Nun habe man den Daumen senken müssen: „Es herrschte die einhellige Meinung, dass unser Verein keine finanziellen Risiken eingehen darf.“

  17. Die Senioren-Europameisterschaft 2026 wurde vom 1. bis 11. Juni wiederholt im italienischen Acqui Terme ausgetragen. Gespielt wurde in den Altersklassen 50+ und 65+ sowie in den Frauenkategorien. Aus deutscher Sicht standen vor allem die Auftritte von GM Rainer Knaak, IM Christof Sielecki, IM Arnd Lauber und WFM Kira Kierzek im Mittelpunkt.

    In der Kategorie 65+ belegte GM Rainer Knaak am Ende Rang elf. Nach einer starken Ausgangsposition warf ihn eine Niederlage in der Schlussrunde gegen den späteren Europameister noch aus den vorderen Plätzen zurück.